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Auf grünem Rasen, im grünen Wald, am grünen Tisch (Der wilde Jäger 6) Walter Fournier

Auf grünem Rasen, im grünen Wald, am grünen Tisch (Der wilde Jäger 6)

Walter Fournier

Published April 4th 2014
ISBN :
Kindle Edition
184 pages
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 About the Book 

Renn-, Jagd- und Jeugeschichten vom Wilden Jäger aus dem Jahre 1913. Der ehemalige Waldgutsbesitzer und Jagdschriftsteller Walter Fournier (1870-1943) liefert mit diesem Buch einen weiteren Beweis für seine humorvolle Erzählkunst.Dass dieses Buch inMoreRenn-, Jagd- und Jeugeschichten vom Wilden Jäger aus dem Jahre 1913. Der ehemalige Waldgutsbesitzer und Jagdschriftsteller Walter Fournier (1870-1943) liefert mit diesem Buch einen weiteren Beweis für seine humorvolle Erzählkunst.Dass dieses Buch in knapp zehn Monaten eine Neuauflage notwendig machte, sagt genügend zu seiner Empfehlung. Renn- und Jagdgeschichten wechseln ab mit haarsträubenden Erfolgen am grünen Tisch in Monte Carlo, und Verfasser und Leser können einmal nach Herzenslust im Golde wühlen. Das Kapitel ,,Der vertauschte Ehemann“ ist wohl der beste Schlager, den die Phantasie des „Wilden Jägers“ zur Welt gebracht hat. Man muss die urkomische Situation gelesen haben, wie der richtige den falschen Ehemann beim Dämmern des Morgens im Bette seiner Ehefrau — Hony soit qui mal y pense — entdeckt, das lässt sich in kurzen Worten gar nicht erzählen. Alle Freunde gesunder Lebenslust, ungekünstelter Sprache und herzerfrischenden Humors werden bei der Lektüre dieses Buches auf ihre Kosten kommen.Ich hatte einmal einen sehr guten Freund, der war in der Wahl seiner Eltern überaus vorsichtig gewesen. Als einziger Sohn geboren zu sein, wenn das Haus nebenbei auch nicht durch Töchter bevölkert wird, hat zwar auch immerhin einige Schattenseiten: die Einsamkeit bereits in der Kinderstube empfinden zu müssen, keinen gleichaltrigen Kameraden tyrannisieren zu können, ist sicher bitter schwer, und dass einem später bei den Schularbeiten kein älterer Bruder oder keine Schwester helfen kann, wird auch als großer Nachteil empfunden werden, ganz abgesehen davon, dass bei ausgefressenen Dummheiten sich die Folgen immer leichter tragen lassen, wenn sie sich auf mehrere verteilen, als wenn man allein darunter leiden muss - aber die Annehmlichkeiten, die Lichtseiten werden namentlich in späteren Jahren von dem davon Betroffenen sicherlich gewürdigt und als solche in vollem Maße eingeschätzt und anerkannt werden.Mein Freund gehörte also auch zu dieser bevorzugten Menschenklasse. Erstlich mal war er der einzige Sohn und zweitens überhaupt das einzige Kind seiner maßlos begüterten Eltern. Einzige Kinder werden, das ist nun einmal Tradition, von ihren nachsichtigen Eltern sowohl wie allen Tanten, Onkels, Großeltern, Gouvernanten, Hauslehrern, Dienstpersonal und den sämtlichen untergebenen Beamten in einer geradezu raffinierten Weise vergöttert und verzogen und derartig verwöhnt, dass kein Wunsch ihnen unerfüllt bleibt, keine Bitte auf Schwierigkeiten stößt, dass sie fürs spätere Leben mit seinen Kämpfen, Entbehrungen und Strapazen, mit seinen Bitternissen einerseits und der Fülle der süßesten Lockungen andererseits, so gut wie gar nicht gewappnet sind und sehr bald die schwierigsten Kämpfe in ihrem Innern durchmachen müssen, aus denen sie nur sehr selten als überlegene Sieger hervorgehen werden.Ist es einem im Kleinen und in der Jugend immer geglückt, seine Wünsche und seinen Willen durchzusetzen, so ist es ganz selbstverständlich, dass man dasselbe auch im Großen und als Mann vom lieben verlangt. Daraus ergeben sich dann selbstverständlich Komplikationen, Konflikte, die nicht so leicht und meistens um so schwieriger zu beseitigen sind, je verwöhnter das betreffende junge Menschenkind in den Kampf des Lebens hineingetreten ist.Mein guter Freund war nun das klassischste Beispiel für diesen Satz, das wohl jemals auf Erden in Lackstiefeln und Smoking herumgewandelt ist. Kaum majorenn geworden, legten sich seine braven Eltern auf das Sterbebette und verschwanden nachsichtig und ohne viel Lärm in der von Moderdüften erfüllten Ahnengruft, ihrem einzigen Sohne u